Jaroslav Čermák: Porträt von Hippolyte Gallait, 1863
GHMP KNIHOVNA · PRAG4.11.2026 — 28.2.2027

Jaroslav ČermákMythen der europäischen Wirklichkeit

Sie glauben, was Bilder zeigen.Was, wenn sie einen Mythos erzählen?

Hinter die Oberfläche blicken
Porträt von Hippolyte Gallait · 1863 / Detail

Ein tschechischer Maler.
Eine europäische Geschichte.
Weit mehr
als eine Legende.

Erstmals seit über hundert Jahren zeigt eine Ausstellung Jaroslav Čermáks Werk in seiner ganzen Breite — und in jener europäischen Welt, zu der er gehörte.

In Prag geboren, stellte er in den Pariser Salons aus und wurde in Frankreich und Belgien ausgezeichnet. Jaroslav Čermák (1830–1878) verband seine tschechischen Erfahrungen mit der internationalen Kunstwelt des 19. Jahrhunderts.

Er studierte in Prag, Antwerpen und Brüssel. Seine Laufbahn entwickelte sich zwischen Ausstellungen und Pariser Ateliers, im Austausch mit Kritikern, Kunsthändlern und Sammlern. Er bekannte sich zu seiner tschechischen Herkunft, doch seine Malerei überschritt nationale Grenzen und ließ sich keinem einzelnen Stil zuordnen.

Die Galerie der Hauptstadt Prag und die Nationalgalerie Prag laden Sie ein, einen Künstler kennenzulernen, dessen Geschichte reicher ist als die Legende, die wir über ihn erzählen.

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Ein Zeugnis?
Oder eine Inszenierung?

Ein Freund in herzegowinischer Tracht. Kleidungsstücke aus verschiedenen Regionen an einer einzigen Figur. Eine im Atelier geschaffene Szene, die später für ein tatsächliches Ereignis gehalten wurde.

Diese Verwandlungen der Wirklichkeit geben der Ausstellung ihren Titel: Mythen der europäischen Wirklichkeit. Reproduktionen, die zeitgenössische Kritik und politische Umstände verliehen den Bildern weitere Bedeutungsschichten.

Entdecken Sie, was der Maler erlebte, was er gestaltete — und was spätere Generationen in seine Bilder hineinlasen.

Herzegowinische Frauen bei der Rückkehr in ein von Baschi-Bosuks niedergebranntes Dorf, 1877

Herzegowinische Frauen bei der Rückkehr in ein von Baschi-Bosuks niedergebranntes Dorf · 1877 · Verwaltung der Prager Burg · Foto: Jan Gloc

Brüssel. Antwerpen.
Paris. Amsterdam.
Jetzt Prag.

Diesmal müssen Sie nicht durch Europa reisen, um Čermáks Werk zu sehen.

Die Ausstellung vereint Leihgaben aus ausländischen Museen mit Werken aus tschechischen Sammlungen. So werden Zusammenhänge sichtbar, die ein einzelnes Bild allein nicht erschließen kann.

Auf dem Bildschirm faszinierend.
Im Original überwältigend.

Hier nur ein kleiner Einblick.
Die ganze Geschichte erwartet Sie in der Ausstellung.

Erleben Sie die Originale

1857 · Nationalgalerie Prag

Hussiten bei der Verteidigung eines Gebirgspasses

Was projizieren wir in ein Bild?

Eine historische Szene erzählt mehr als eine Geschichte aus der Vergangenheit. Die Ausstellung zeigt auch, wie Reproduktionen, Kritik und politische Verhältnisse die Bedeutung von Čermáks Bildern und ihren Platz im nationalen Gedächtnis veränderten.

1870 · Galerie der Hauptstadt Prag

Seestück bei Roscoff

Lässt er sich auf einen Stil festlegen?

Čermáks Werk lässt sich weder auf nationale Themen noch auf einen einzigen Stil beschränken. Neben dramatischen historischen Szenen gehört auch dieser Blick auf die bretonische Küste zu seinem Schaffen.

1875 · Galerie der Hauptstadt Prag

Dalmatinische Hochzeit

Wo endet die Wirklichkeit, wo beginnt das Bild?

Die Ausstellung unterscheidet zwischen den belegten Erfahrungen des Malers, der bildnerischen Konstruktion und dem späteren Mythos. Sie regt dazu an, zu fragen, was ein Gemälde uns tatsächlich über die Welt jenseits seines Rahmens verraten kann.

Ein Leben.
Viele Geschichten.

Nach seinem Tod blieben die Bilder. Was sich wandelte, war die Geschichte, die sie begleitete.

Im tschechischen Umfeld setzte sich zunehmend das Bild Čermáks als Patriot und slawischer Held durch. Seine Beziehungen zu Belgien, Frankreich und zum europäischen Kunstmarkt rückten in den Hintergrund.

Ausstellungen, Reproduktionen, Hippolyte Gallaits Schenkungen an die Stadt Prag sowie spätere Bücher und Filme prägten diese Erinnerung. Aus einem international erfolgreichen Künstler wurde ein Symbol der Treue zur Heimat und des Kampfes für die Freiheit.

Was zeigt die neue Forschung?

Archivquellen, kunsthistorische Forschung und restauratorische Untersuchungen präzisieren zeitliche Zusammenhänge, die Arbeitsweisen des Malers und sein Netz persönlicher und geschäftlicher Beziehungen. Die Ausstellung ermöglicht so eine neue Bewertung eines bekannten Künstlers und zeigt, wie sich die Wahrnehmung seines Werkes wandelte.

Entdecken Sie die ganze Geschichte in der Ausstellung

1830 PRAG — 1878 PARIS

Seine Bilder
reisten durch Europa.
Jetzt ist es Zeit
für Ihre Begegnung.

Begegnen Sie einer Malerei, die tschechische Wurzeln mit europäischem Anspruch verband. Ihren Geschichten, ihrer Wirklichkeit und ihren Mythen.

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